Mutti, bist du es? - Angehörige im ICS

Es ist warm und wohlig, das Licht gedämpft, die Welt ist in Ordnung. Die Mutter ganz nah, überall um ihn herum, er lebt in ihr. Kurts Mama - seine eigene, kleine Welt. Dort ist er sicher und geborgen, spürt die unendliche Liebe seiner Mutter, hört ihren Herzschlag.

 

Angst kann keinen Bestand haben, alles Negative ist weit entfernt. Jedes Atom von ihm ist voller Liebe. Alles ist gut. Alles andere ist ganz weit weg.

 

Kurt öffnet langsam die Augen und sieht die Frau an, die ihn liebevoll im Arm hält. „Mutti, du bist es.“ „Ja, mein Junge, ich bin bei dir.“

 

Der Frau wird es warm, so ausgeglichen hat sie ihren Vater lange nicht mehr gesehen. Regelmäßig hilft sie ihm, Mutterliebe zu spüren. Dabei hilft ihr eine CD und eine Schulung in das ICS bei der Arbeit mit ihrem Vater, der Demenz im Spätstadium hat. Sein Weg wird nicht mehr lange dauern und sie begleitet ihn dabei.

 

Angehörige sind im ICS ein fester Bestandteil im Programm. Ganz wichtig ist der ständige Austausch zwischen der betreuenden Familie und dem/der TherapeutIn. Angehörige übernehmen feste Aufgaben, wie zum Beispiel Fantasiereisen oder Körperarbeit, geben Nähe und verstärken gute Gefühle. Diese Aufgaben sind nicht nur für den dementen Menschen richtig und wichtig, sondern geben auch dem Angehörigen sehr viel Stärke. 

 

„Ich darf meinem Vater so nah sein und ihn wirklich begleiten, das ist für mich ein Geschenk“, berichtet Kurts Tochter, als sie das Zimmer im Pflegeheim verlässt und das ICS-Schild von der Türklinke nimmt. Das hängt dort nämlich immer, wenn Kurt bei seiner Mutter ist. Dann weiß jeder auf der Station, dass niemand reinplatzen darf und Kurt seine Zeit geniessen kann. 

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