Biografiearbeit - eine spannende Reise durch die Zeit

Biografiearbeit ist nicht nur notwendig, sondern auch spannend. Die umfangreichen ICS-Fragebögen gehe ich nicht nur mit den Patienten durch, sondern auch mit den Angehörigen. Und diese bitte ich drum, viel Zeit mitzubringen. Denn Biografiearbeit ist nicht nur ein Abhaken im Fragebogen, sondern eine Zeitreise durch das letzte Jahrhundert. Ein Erlebnis für die Angehörigen, die sich plötzlich mit dem Leben des Vaters, der Mutter, des Partners oder der Partnerin auseinandersetzen. Ich finde es toll, wenn auch Enkel dazukommen, oder so wie neulich sogar Urenkel, die völlig „geflasht“ waren, was sie über ihre Uroma erfahren haben. Sie haben sich kaputtgelacht, dass Omi als kleines Mädchen Hillibilli genannt wurde und am liebsten Himbeerlimonade getrunken hat Ich frage Löcher in den Bauch und bekomme so einen wunderbaren Einblick, mit wem ich es es bei meiner Arbeit zu tun bekomme. Und manchmal gibt es auch tolle Fotos, braun und vergilbt, oft etwas steif, oft ziemlich lustig.

 

Und auch das innere Kind lugt dann bereits zaghaft um die Ecke, denn das liebt Himbeerlimonade immer noch. Und ich weiß jetzt schon, wie ich Omi Hillibilli wunderbar in die Regression bekommen kann.

 

Haken auf dem Biografiebogen – und viel gelacht.

 

 

Und manchmal wird auch geweint, nicht immer besteht eine Kindheit aus Himbeersaft. Auch das sind wertvolle Informationen und werden benötigt, um effizient zu arbeiten. Ein Gewinn für den Therapeuten, aber auch für die Angehörigen. Sie fühlen sich danach noch näher und können es kaum noch abwarten, die Angehörigentools zu testen.  

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